Bildung und Partizipation

Partner: PH Vorarlberg, PH St. Gallen, Zeppelin Universität
Gefördert von: IBH – Internationale Bodenseehochschule
Projektdauer: 07/2019 – 06/2021
Projektleitung: Dr. habil. Gudrun Quenzel (PH Vorarlberg)
Projektteam: Mag. Martina Ott, MA (PH Vorarlberg), Mag. Katharina Meusburger (PH Vorarlberg), Elisa Lehnerer, M.A. (PH Vorarlberg), Dr. Michael Beck (PH St.Gallen), Dr. Julia Ha (PH St.Gallen), Alessandro Renna, M.A. (PH St.Gallen), Dipl. Pol. Sebastian Jungkunz (Zeppelin Universität)

Kompass ‧ Partizipation. Für mehr Mitbestimmung in der Schule

virtual BarCamp: Demokratie in der Schule. Wie können Schüler*innen mitbestimmen? 01.06.2022, 13:00-17:00

Das Projekt baut auf den Überlegungen von John Dewey (1916/1989), Jürgen Habermas (1992) und der UN-Kinderrechtskonvention (Unicef 1989, § 12) auf und geht davon aus, dass Demokratie gelernt werden muss und dass die Institution Schule ein idealer Ort für diesen Lernprozess ist. Das Projekt setzt deswegen am Lebensbereich Schule an und untersucht im Rahmen einer trinationalen Jugendstudie (n=3000) und in vertiefenden Fallanalysen (n=7), wo in Schulen Partizipation stattfindet, wie Demokratie in Schulen gelernt werden kann und zielt darauf ab, die grundlegenden Erkenntnisse über die Möglichkeiten demokratiepraktischen Lernens so zu verbreiten, dass eine Partizipationsspirale in Gang gesetzt werden kann. Hierdurch leistet das Projekt einen Beitrag zum sozialen, nationale Grenzen überschreitenden Lernen und damit auch zur Aktivierung und Demokratisierung der Bodenseeregion. Die im Rahmen des Projektes gewonnenen wissenschaftlichen Ergebnisse, sowie die Erkenntnisse aus den praxisorientierten Formaten finden unmittelbar Eingang in die Lehrer_innenaus- und -weiterbildung, ermöglichen weiterführende ländervergleichende Forschung und bilden die Grundlage für die (Weiter)Entwicklung partizipativer didaktischer Formate. Die zielgruppengenaue Dissemination der Projektergebnisse und der unmittelbare Eingang der erzielten Erkenntnisse in die (Aus)Bildungsgänge der beteiligten Projektpartner sichern Verbreitung und Vertiefung der gewonnenen Befunde. Ferner wird eine gemeinsame Datenbasis geschaffen, welche den Bodenseeraum auch für die erweiterte Scientific Community zur Studien- und Modellregion machen kann.


Dewey, J. (1916/1980). Democracy and Education. The Middle Works, 1899-1924 Volume 9: 1916. London/Amsterdam: Southern Illinois University Press.

Habermas, J. (1992). Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaats. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Unicef (1989). Konvention für die Rechte der Kinder. Zugriff am 09.05.2018

Neben der Schließung dieser Forschungslücke zu Ausmaß und Beteiligung in den drei Ländern Österreich, Deutschland und der Schweiz zielt das Projekt auf die Erschließung von Räumen sozialer Innovation, in denen soziales Lernen möglich und dabei die Mitbestimmung an Schulen gestärkt wird:

  1. Erheben: Das Projekt plant eine repräsentative Erhebung des Ist-Zustandes der Partizipationsmöglichkeiten sowie des Bedarfs an Mitbestimmung in der Schule. Vertiefende Fallanalysen von Schulen mit einer besonders ausgeprägten Partizipationskultur ermöglichen zudem die detaillierte Beschreibung von funktionierenden Partizipationsprozessen in Schulen.
  2. Verstehen: Die Erstellung eines neuartigen, regionalen und internationalen Datensatzes sowie die vertiefende Analyse wirksamer Partizipationsprozesse ermöglichen den Lernraum Schule systematisch als Ort politischer Bildung zu beforschen. Ziel ist es zu verstehen, wie Schüler_innen im Lebensraum Schule Demokratie lernen (Prozesse), welche strukturellen Bedingungen das demokratische Lernen fördern (Strukturen) und von welchen Personen das Interesse am und die Möglichkeiten zum demokratischen Lernen abhängen (Personen).
  3. Verbreiten: Die Frage, wie Demokratie gelernt wird, also die politische Mündigkeit gefördert werden kann, übersetzt sich in einem dritten Schritt in die systematische Erschließung von Demokratisierungspotenzialen von Schule. Ziel ist es dabei, über die Verbreitung der gewonnenen Erkenntnisse eine Partizipationsspirale im Sinne einer sukzessiven Partizipationsintensivierung in Schulen in Gang zu setzen.